Schlagwortverzeichnis – Ausbildung

A

Ausbildungsabbruch

Für einen Ausbildungsabbruch gibt es viele verschiedene Gründe. Jeder Abbruch sollte gut überlegt sein und die Alternativen müssen gut analysiert werden.

Arbeitsschutz

Die Arbeitsschutzmaßnahmen variieren von Betrieb zu Betrieb und sind branchenabhängig. Sie dienen dazu, Unfällen während der Arbeit vorzubeugen. Grundlegende Schutzvorschriften, die vom Betrieb eingehalten werden müssen, sind im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) zu finden. So ist der Betrieb für die Bereitstellung von Arbeitsschutzkleidung verantwortlich. Für Minderjährige gelten zusätzlich weitere Regeln, die im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchuG) zu finden sind. Dazu zählt das Verbot, dass Jugendliche gefährliche Arbeiten ausüben dürfen.

Arbeitszeiten

sind die arbeitsvertraglich festgelegten Zeiten, in denen der/die Arbeitnehmer/in oder Auszubildende seine Beschäftigung verrichtet. Die Arbeitszeiten für Minderjährige und Volljährige sind unterschiedlich geregelt.

Minderjährige, also unter 18-jährige Auszubildende, haben eine Höchstarbeitsdauer von 8 Stunden am Tag an 5 Tagen in der Woche. Das entspricht 40 Stunden in der Woche, in welcher die Minderjährigen in der Zeit von 6 bis 20 Uhr arbeiten dürfen. Die Beschäftigung an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ist in der Regel nicht gestattet (Jugendarbeitsschutzgesetz – JArbSchG).

Volljährige dürfen ihrer Beschäftigung bis zu 8 Stunden am Tag an 6 Tagen die Woche, also 48 Stunden in der Woche nachgehen. Im Allgemeinen gelten die Ruhetage an Sonn- und Feiertagen.

Assistierte Ausbildung (AsA)

Förderbedürftige Jugendliche und Ausbildungsbetriebe können während der gesamten Ausbildungsdauer von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt werden. Hilfestellungen werden bei Lernschwierigkeiten in Theorie und Praxis, beim Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten, bei Problemen im sozialen Umfeld und darüber hinaus bei der Organisation und Durchführung der Ausbildung angeboten.

Ausbildungsbegleitende Hilfe (abH)

Die Ausbildungsbegleitende Hilfe unterstützt bei Wissenslücken in der Ausbildung. Die Maßnahme ist kostenlos und wird von der Bundesagentur für Arbeit vermittelt. Ein bis zweimal in der Woche wird in kleinen Gruppen der Unterrichtsstoff besprochen und wiederholt.

Ausbildungsdauer

definiert die Dauer des Ausbildungsverhältnisses und wird im Ausbildungsvertrag festgehalten.

Ausbildungsvergütung

Während der Ausbildung wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Die Ausbildungsvergütung variiert je nach Ausbildungsberuf und -betrieb und wird im Ausbildungsvertrag festgehalten.

Auslandsaufenthalt

Ein Auslandsaufenthalt ist für jede/n Auszubildende/n grundsätzlich möglich. Maximal kann ein Viertel der Ausbildungszeit im Ausland verrichtet werden. Bei Fragen zur Finanzierung oder Schwierigkeiten bei der Vereinbarung mit dem Ausbildungsplan können sich Auszubildende und Ausbildungsbetriebe an die Mobilitätsberater/innen der Kammern wenden. Informationen zu Auslandaufenthalten sind hier zu finden: https://zukunft-beruf-havelland.de/gap-year/

Ausbildungsverlauf

Die Dauer der Ausbildung richtet sich nach dem jeweiligen Ausbildungsberuf und variiert von 1 ½ Jahren bis 3 ½ Jahren. In der Regel dauert eine Ausbildung 3 Jahre.

Ausbildungsmittel

Das Berufsbildungsgesetzt (§14 BBiG) bezeichnet Ausbildungsmittel als vom Ausbildungsbetrieb kostenlos bereitgestellte Arbeitsmaterialien. Zu Arbeitsmaterialien zählen unter anderem Werkzeuge und -stoffe, Berichtshefte und Fachbücher, die für die Ausbildung und zum Ablegen der Prüfung benötigt werden.

 Abmahnung

Durch die Abmahnung weist der/die Arbeitgeber/in darauf hin, dass bei der erbrachten Leistung und/ oder im Verhalten Mängel aufgetreten sind und gegen die Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag verstoßen wurde. Bestehen diese Defizite weiterhin, hat der/die Arbeitgeber/in die Möglichkeit, weitere Abmahnungen und in deren Folge eine rechtlich wirksame Kündigung auszustellen.

Ausbildungsordnung

Jeder Beruf hat eine feste Ausbildungsordnung, in der die Dauer und die Inhalte der Ausbildung festgelegt sind. Sie befindet sich im Anhang des Ausbildungsplans.

Aufhebungsvertrag

Der Aufhebungsvertrag tritt in Kraft, wenn beide Vertragsparteien einvernehmlich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses zustimmen.

Er beinhaltet die einvernehmliche Vertragsauflösung von Arbeitgeber/in und Arbeitnehmer/in zu einem festgelegten Datum. Bei einem Aufhebungsvertrag müssen keine geltenden Fristen eingehalten werden. Zudem entfallen jegliche Rechte und Ansprüche, da sich die Vertragsparteien bei der Unterzeichnung einig waren.

B

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Befindet sich der Ausbildungsplatz nicht in der Nähe der elterlichen Wohnung und der tägliche Fahrweg ist unzumutbar, so kann im Bedarfsfall finanzielle Hilfe vom Staat beantragt werden. Die Antragsannahme und -prüfung wird von der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt.

Berichtsheft

Im Berichtsheft wird notiert, welche Arbeiten und Aufgaben während der Ausbildung gemacht wurden. Das Berichtsheft muss vollständig vor der Zwischen- und zur Abschlussprüfung vorgelegt werden. So kann nachgewiesen werden, welche Qualität die Ausbildung hatte und ob der Betrieb den Ausbildungsplan eingehalten hat.

Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (Bae)

Die Berufsausbildung findet nicht wie gewohnt in einem Betrieb, sondern bei einem Bildungsträger statt. Das ermöglicht Jugendlichen, die Schwierigkeiten haben und Unterstützung benötigen, eine Ausbildung mit entsprechender Betreuung und qualifizierten Berater/innen. Diese Bildungsmaßnahme wird von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt und vermittelt.

Berufsbildungsgesetz (BBiG)

Das Berufsbildungsgesetz regelt alle grundsätzlichen Fragen zur Berufsausbildung und definiert die Rechte und Pflichten sowohl für den Ausbildungsbetrieb als auch für die Auszubildenden.

Berufsschulpflicht

Mit der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages verpflichtet sich der/die Auszubildende unter anderem dazu, die Berufsschule zu besuchen. Der Betrieb hat den/die Auszubildende/n für den Besuch der Berufsschule freizustellen.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BVB)

Die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme ist für Schüler/innen gedacht, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllen, jedoch keinen oder einen schlechten Hauptschulabschluss bekommen haben. Sie können durch den Besuch der Berufsschule die Einstiegschancen verbessern und bei Bedarf einen Hauptschulabschluss erwerben. Zudem kann nach dem Verlust der Ausbildungsstelle eine Neuorientierung angestrebt werden. Zur Vorbereitung auf die Berufsausbildung absolvieren die Jugendlichen bei einem Bildungsträger Praktika in verschiedenen Berufsfeldern und erhalten zusätzlichen Unterricht in der Berufsschule. Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme wird von der Bundesagentur für Arbeit vermittelt.

Bewerbung

Durch die Bewerbung wird das Interesse an einem Praktikumsplatz, einem Ausbildungsplatz oder an einer freien Arbeitsstelle bekundet. In eine schriftliche Bewerbung gehört der Lebenslauf, das Bewerbungsschreiben und Zeugnisse.

Bewerbungsgespräch

Der erste Eindruck konnte durch die eingereichten Bewerbungsunterlagen überzeugen. Es gilt nun, den positiven Eindruck in einem persönlichen Gespräch zu bestätigen. Zur Vorbereitung ist es sinnvoll, sich mit der Struktur und den Produkten/ Dienstleistungen auseinanderzusetzen und gut vorbereitet in das Gespräch zu gehen. Manchmal folgt dem Bewerbungsgespräch ein kurzer Einstellungstest in dem die genannten Fähigkeiten/Fertigkeiten überprüft werden.

Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)

Durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz wird die finanzielle Unterstützung der vollzeitschulischen Ausbildung sowie eines Studiums geregelt. So wird jungen Menschen, unabhängig von der sozialen und wirtschaftlichen Situation, eine Ausbildung ermöglicht. Anträge sind unter www.bafög.de zu finden.

Berufsausbildungsvertrag

Durch den unterzeichneten Berufsausbildungsvertrag wird das Berufsausbildungsverhältnis zwischen dem/der Auszubildenden und den Ausbildenden rechtskräftig. In der schriftlichen Vereinbarung sind bestimmte Mindestangaben erforderlich (vgl. §11 BBiG). Diese reichen von Beginn und Dauer über die Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung bis hin zum Dauer des Urlaubes. Darüber hinaus kann der Ausbildungsbetrieb weitere Klauseln in den Vertrag aufnehmen.

C           

Checkliste zum Ausbildungsbeginn

Checklisten helfen dabei, einen Überblick über die wichtigsten Dinge zu behalten. So ist es wichtig, dass vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn ein Girokonto eröffnet wird, die Steueridentifikationsnummer und der Sozialversicherungsausweis vorliegen, eine Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse nachgewiesen werden kann, das polizeiliche Führungszeugnis beantragt wurde, eine Gesundheitsbescheinigung vom Arzt ausgestellt worden ist und die letzten Schulzeugnisse vorhanden sind.

D          

Drogen und Alkohol

Um Herausforderungen während der Ausbildung zu bewältigen, greifen einige Auszubildende auf Drogen und Alkohol zurück. Der Drogen- und Alkoholkonsum während der Ausbildung führt häufig zu erhöhten Fehlzeiten, Leistungsabfall und Arbeitsunfällen. Ausbilder/innen haben ihren Auszubildenden gegenüber eine gesetzliche Fürsorgepflicht, die besonders bei minderjährigen Auszubildenden berücksichtigt werden muss (JArbSchG). So kann der/die Ausbilder/in bei einem Verdacht das vertrauensvolle Gespräch mit dem/der Auszubildenden suchen, Hilfe anbieten und die Konsequenzen aufzeigen.

Duale Ausbildung

Eine Ausbildung im dualen System bedeutet, dass die Ausbildung an zwei Lernorten sattfindet. Die praktischen Lehrinhalte werden im Ausbildungsbetrieb erklärt und der theoretische Teil der Ausbildung wird in einer Berufsschule vermittelt.

E 

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Die Einstiegsqualifizierung ermöglicht es ausbildungssuchenden Jugendlichen, den Ausbildungsberuf in einem Langzeitpraktikum (6 bis 9 Monate) zu erproben. Zusätzlich wird neben der praktischen Arbeit im Betrieb die Berufsschule besucht. Gehen beide Vertragsparteien anschließend einen Berufsausbildungsvertrag ein, so können die bisher erbrachten Leistungen unter bestimmten Voraussetzungen auf die anschließende Ausbildung angerechnet werden. Der Antrags- und die Anspruchsüberprüfung wird von der Bundesagentur für Arbeit bearbeitet.

F           

Fehlzeiten

Das häufige Fernbeleiben während der Ausbildung kann vom/von der Arbeitgeber/in abgemahnt werden und bei Wiederholung zur Kündigung führen. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Kammern keine Zulassung zur Abschlussprüfung erteilen (§43 BBiG).

Fahrtkosten

Fahrtkosten in der Ausbildung entstehen, wenn die Ausbildungsstätte (Berufsschule) nicht in unmittelbarer Nähe des Wohnortes zu finden ist. Die Fahrtkosten können steuerlich geltend gemacht werden (Entfernungspauschale, 30 Cent pro Kilometer). Zusätzlich kann der/die Arbeitgeber/in die entstandenen Kosten erstatten, obwohl er/sie nicht dazu verpflichtet ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Rückerstattung der Fahrtkosten in einigen Landkreisen oder der kreisfreien Stadt, in dem bzw. in der der Ausbildungsbetrieb seinen Sitz hat, in Anspruch genommen werden. Erstattet werden jedoch nur die Fahrtkosten, die zwischen Wohnort und Ausbildungsstätte, nicht aber zum Betrieb selbst, entstanden sind.

G          

Gestreckte Abschlussprüfung

In einigen Berufen wurde die Zwischenprüfung zum ersten Teil der Abschlussprüfung erklärt. Ist die Prüfung also so aufgeteilt, dass die Abschlussprüfung in zwei zeitlich versetzten Prüfungen abgenommen wird, dann wird von einer gestreckten Prüfung gesprochen. Die Ergebnisse beider Prüfungsteile gehen in die Abschlussnote ein.

H          

Handwerksberufe

Aktuell gibt es mehr als 130 Ausbildungsberufe im Handwerk. Diese zeichnen sich oft durch eine praktisch ausgerichtete Tätigkeit aus und sind dem be- und verarbeitenden sowie herstellenden Gewerbe zuzuordnen. Die Produkte werden überwiegend auf Bestellung gefertigt oder Dienstleistungen auf Nachfrage ausgeführt.

              

Handwerksordnung

In der Handwerksordnung ist unter anderem die allgemeine Organisation des Handwerks definiert und festgelegt. Darüber hinaus wird beaschrieben, wer unter welchen Bedingungen ein Handwerk ausüben kann.

I             

Internet-/Smartphonenutzung

Ist die Nutzung des Smartphones während der Präsenszeit im Ausbildungsbetrieb im Vorfeld nicht eindeutig besprochen worden, so kann es zu Problemen und Unsicherheiten für Ausbilder/innen und Auszubildende kommen. Um diesem möglichen Problem vorzubeugen, ist ein klärendes Gespräch zu Beginn der Ausbildung sehr sinnvoll.

J            

Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)

Im Jugendarbeitsschutzgesetzt werden die speziellen Arbeitsschutz-Regelungen für Minderjährige aufgeführt. Die Einschränkungen dienen dazu, die Entwicklung der unter 18-Jährigen nicht zu gefährden oder zu beeinträchtigen.

K           

Konfliktgespräch

Konflikte und Meinungsverschiedenheiten lassen sich häufig nicht vermeiden. Aus diesem Grund ist es wichtig, Konfliktgespräche zu führen und eine gemeinsame Lösung zu finden und dem entgegenzuwirken.

               

Kammern

Die Kammern sind für die Beratung der Betriebe und für die Überwachung der Berufsausbildung zuständig. Sie stellen die Eignung von Ausbildungsbetrieben sicher, registrieren die Ausbildungsverträge im jeweiligen Kammerbezirk und organisieren die Zwischen- und Abschlussprüfungen. Unter anderem zählen die Handwerkskammer (HWK) und die Industrie- und Handelskammer (IHK) dazu.

Kindergeld

Das Kindergeld wird an die Erziehungsberechtigten gezahlt, wenn das Kind jünger als 25 Jahre alt ist und eine Ausbildung macht.

Kündigung

Ist die Probezeit bereits verstrichen, so gelten besondere Regelungen und Fristen für eine Kündigung. Die Kündigung muss schriftlich und mit einer entsprechenden Begründung sowie innerhalb einer Kündigungsfrist von vier Wochen erfolgen. Zudem hat der/die Arbeitgeber/in das Recht, bei schwerwiegenden Verstößen fristlos zu kündigen.

Krankschreibung/-meldung

Bei einer Krankschreibung handelt es sich um ein ärztliches Attest. Dieses bestätigt, dass eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Krankheit vorliegt. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss dem/r Arbeitgeber/in spätestens am dritten Tag der Krankschreibung vorgelegt werden. (Die Krankschreibung kann auch bereits ab dem ersten Tag vom Betrieb verlangt werden.) Die Krankmeldung muss dem Betrieb und in Berufsschulwochen der Berufsschule direkt am ersten Tag (telefonisch) gemeldet werden.

L            

Leistungs-(Erfolgs-)kontrollen

Während der Ausbildung finden verschiedene Lern- und Leistungskontrollen mit entsprechenden Bewertungen statt. Diese dienen zum Nachweis des Lernfortschrittes und des aktuellen Ausbildungsstandes.

M         

Mobbing

Unter Mobbing wird das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitgebern, Vorgesetzten oder Kolleginnen/Kollegen verstanden, wenn diese über einen längeren Zeitraum anhalten. Wichtig ist, dass mit jemandem gesprochen wird, dem Vertrauen geschenkt werden kann, und Aufzeichnungen darüber geführt werden, wer, was, wann, wo und warum Mobbing ausgeführt wird.

Mindestausbildungsvergütung

Seit 2020 gibt es eine Mindestausbildungsvergütung für Auszubildende in betrieblichen und außerbetrieblichen Berufsbildungsverhältnissen. Auf diese Weise soll die Qualität und Attraktivität des dualen Ausbildungssystems aufrechterhalten werden. Die gesetzliche Mindestvergütung im ersten Ausbildungsjahr beträgt im Jahr 2020 515 Euro und soll in den nächsten Jahren weiter angehoben werden.

N          

Nachhilfe

Unter Nachhilfe wird die Unterstützung außerhalb der regulären Unterrichtszeiten verstanden, welche dem Zweck dient, den Unterrichtsstoff zu erlernen, zu verstehen und anzuwenden. Während der Ausbildung bestehen ebenfalls Möglichkeiten, (kostenlose) Nachhilfeangebote in Anspruch zu nehmen, zum Beispiel AsA, abH. Zusätzliche Informationen sind hier zu finden: https://zukunft-beruf-havelland.de/beratungs-und-informationsstellen-im-havelland/

 Nebenjob

Sofern ein Nebenjob durchgeführt oder angestrebt wird, muss der/die Arbeitgeber/in darüber informiert werden. Eine Ablehnung durch den/die Arbeitgeber/in ist möglich, wenn die Durchführung der Hauptbeschäftigung darunter leidet oder der Nebenjob bei der direkten Konkurrenz ausgeführt werden soll. Zu beachten sind die Regelungen zum Jugendarbeitsschutz und die Arbeitszeitgesetze sowie die Berücksichtigung, dass eventuell Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen.

O          

Oberstufenzentrum (OSZ)

Im Land Brandenburg sowie Berlin wird die berufsbildende Schulform als Oberstufenzentrum bezeichnet. Als schulische Ausbildungsstätte vereint es verschiedene berufliche Bildungsgänge für verschiedene Fachrichtungen.

P           

Pausen

Minderjährige haben einen Anspruch auf 30 Minuten Pause, wenn diese zwischen viereinhalb und sechs Stunden am Tag gearbeitet haben. Werden die sechs Stunden am Tag überschritten so entsteht ein Anspruch auf 60 Minuten Pause, welche nach viereinhalb Stunden und in einer Länge von 15 Minuten in Anspruch genommen werden müssen. Die restliche Pausenzeit kann beliebig aufgeteilt werden, wenn sie mindestens 15 Minuten am Stück andauert. Volljährige haben bei einer Arbeitszeit von sechs bis neun Stunden einen Anspruch auf 30 Minuten Pause. Wird eine Arbeitszeit pro Tag von 9 Stunden überschritten, stehen ihnen 45 Minute Pause zu.

Praktikum

Das Praktikum dient in erster Linie der Berufsorientierung und dem Einblick in den beruflichen Arbeitsalltag. Das Praktikum ist zeitlich begrenzt und wird in freiwillige und verpflichtende Praktika während der Schul- und/ oder Studienzeit unterschieden.

Probezeit

In der Probezeit haben sowohl der Ausbildungsbetrieb als auch der/die Auszubildende Zeit, sich gegenseitig kennen zu lernen. Stellt man in den ersten 6 Monaten fest, dass eine weitere Beschäftigung nicht gewünscht ist, so können beide Parteien ohne Angabe von Gründen und ohne Einhaltung einer Frist schriftlich kündigen. (§22 Abs. 1 BBiG)

Prüfungstermine

Am Ende der Berufsausbildung findet eine Abschlussprüfung statt. Die genauen Prüfungstermine werden von den Prüfungsausschüssen festgelegt und sowohl dem Ausbildungsbetrieb als auch den Auszubildenden gepaart mit weiteren Informationen rechtzeitig mitgeteilt.

Prüfung nicht bestanden

Das Nichtbestehen der Abschlussprüfung kann viele Ursachen haben. Es ist für die/den Auszubildende/n kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Natürlich ist nun etwas Zeit verloren gegangen, wenn der schriftliche, der mündliche oder der praktische Teil der Abschlussprüfung nicht bestanden worden ist. Jedoch kann die Abschlussprüfung zweimal wiederholt werden. Dazu ist es notwendig, dass der/ die Auszubildende selbst ein Fortbestehen des Ausbildungsverhältnisses verlangt. Nur dann besteht eine Verlängerung bis zur nächsten Prüfung um höchstens ein Jahr. Zusätzlich muss die zuständige Kammer in Kenntnis gesetzt werden, um eine erneute Zulassung für die Abschlussprüfung ausstellen zu können.

Q      

Qualität (Ausbildung)

Der Ausbildungsbetrieb ist in der Pflicht, den Ausbildungsrahmenlehrplan und den betrieblichen Ausbildungsplan einzuhalten, sodass der/die Auszubildende das Ausbildungsziel erreichen kann. Zudem ist die vermehrte Aufforderung zur Ausführung ausbildungsfremder Tätigkeiten nach §102 Berufsbildungsgesetz eine Ordnungswidrigkeit.

R           

Rahmenlehrplan

Der Rahmenlehrplan beinhaltet die Unterrichtsinhalte und die Kompetenzen, die während der Berufsausbildung durch den Unterricht in der Berufsschule vermittelt werden sollen.

S           

Schulische Ausbildung

Die schulische Ausbildung oder vollzeitschulische Ausbildung findet ausschließlich an Berufsfachschulen statt. Schulische Ausbildungen werden vor allem im Gesundheits- und Sozialbereich, aber auch im Fremdsprachen- oder Technikbereich angeboten. Die meisten Berufsfachschulen werden von den einzelnen Bundesländern beaufsichtigt. Daher können die Schulen untereinander bundesweit nur schwer verglichen werden.

Schwangerschaft

Tritt eine Schwangerschaft während der Ausbildung auf, so entstehen viele Fragen, die in vielen Städten in einer Beratungsstelle für Schwangere anonym geklärt werden können. Wird das Kind ausgetragen, so gelten alle gesetzlichen Regeln des Mutterschutzes auch für Auszubildende.

Schulden

Schulden entstehen dann, wenn den finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachgekommen werden kann. Gerade zu Beginn einer Ausbildung stehen den Auszubildenden neue finanzielle Mittel zur Verfügung, mit welchen sie erst lernen müssen richtig umzugehen um nicht in die „Schuldenfalle“ zu geraten. Sind bereits Schulden entstanden, so ist es sinnvoll, sich schnellstmöglich an eine Schuldnerberatungsstelle zu wenden, um weiteren Schulden entgegenzuwirken.

T           

Teilzeitausbildung

Gewisse Lebensumstände, z.B. Pflege von Angehörigen oder Kinderbetreuung, machen eine ganztägige Ausbildung nicht möglich. Um dennoch eine Ausbildung absolvieren zu können, besteht die Möglichkeit einer Teilzeitausbildung. In der Teilzeitausbildung wird die Berufsschule normal besucht, lediglich die Wochenstunden, die mit dem Betrieb vereinbart werden, können zwischen 20 und 40 Wochenstunden individuell vereinbart werden. Der Antrag muss einvernehmlich von beiden Vertragsparteien bei der zuständigen Kammer gestellt werden.

„Türöffner: Zukunft Beruf“

Das Landesprogramm „Türöffner: Zukunft Beruf“ dient der Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen und der Kompetenzstärkung von Auszubildenden. Die Mitarbeiter/innen unterstützen die Auszubildenden, direkt am Oberstufenzentrum, bei verschiedenen Belangen und lotsen sie an die entsprechenden Ansprechpartner/innen. In 14 verschiedenen Landkreisen wird das Landesprogramm derzeit im Land Brandenburg durchgeführt.

U          

Urlaubsanspruch

Im Ausbildungs- und Arbeitsvertrag ist definiert, wie hoch der tatsächliche Urlaubsanspruch ist. Laut Gesetz haben:

unter 16- Jährige Auszubildende 30 Werktage Urlaub pro Jahr,

unter 17- Jährige Auszubildende 27 Werktage Urlaub pro Jahr,

unter 18- Jährige Auszubildende 25 Werktage Urlaub pro Jahr.

Volljährige haben einen Anspruch auf 24 Werktage Urlaub im Jahr.

Überstunden

Überstunden können nicht erzwungen werden und sollten, wenn überhaupt, dem Zweck der Ausbildung dienen und keine ausbildungsfremden Tätigkeiten beinhalten. Zudem müssen diese von Arbeitgeberseite mit Lohn- oder Freizeitausgleich erstattet werden.

 Überbetriebliches Ausbildungszentrum (ÜAZ)

Im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum werden Auszubildende aus verschiedenen Betrieben die Ausbildungsinhalte nähergebracht, die viele Betriebe nicht selbst erbringen können. Die einzelnen Kurse, welche die Auszubildenden besuchen, werden überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen genannt und gehören fest zum dualen Ausbildungssystem.

Unpünktlichkeit

Das wiederholte verspätete Erscheinen am Arbeits-/Ausbildungsplatz kann für den/die Arbeitnehmer/in / Auzubildende/n rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die verhaltensbedingte Kündigung, hervorgerufen durch vermehrte Unpünktlichkeit, ist keine Seltenheit und sollte möglichst verhindert werden. Zudem lesen einige Arbeitgeber/innen die Arbeitseinstellung anhand der Pünktlichkeit ab.

Übernahme

Bei der Übernahme in ein Arbeitsverhältnis wird der/die Auszubildende nach dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung in dem gleichen Unternehmen weiterbeschäftigt und erhält einen befristeten/unbefristeten Arbeitsvertrag.

V           

Verkürzung der Ausbildung

Eine Verkürzung der Ausbildung ist dann möglich, wenn zuvor ein höherwertiger Bildungsabschluss erreicht wurde oder wenn erwartet werden kann, dass der/die Auszubildende aufgrund von guten Leistungen das Ausbildungsziel früher erreichen kann (§8 BBiG). Der Antrag muss im beiderseitigen Einvernehmen vom/von der Arbeitgeber/in und dem/der Auszubildenden bei der zuständigen Kammer gestellt werden.

Vorgesetzte

Vorgesetzt sind diejenigen Personen, welche innerhalb des Unternehmens Weisungen an das nachgeordnete Personal geben dürfen.

W        

Wohnheim

Die Unterbringung in einem Wohnheim bietet Auszubildenden die Möglichkeit, während ihrer Ausbildung nah an der Berufsschule (OSZ) untergebracht zu werden. Befindet sich das OSZ mehr als 3h (Hin- und Rückweg) entfernt, so kann ein „Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung“ beim für das OSZ zuständigen Schulverwaltungsamt des Landkreises beantragt werden.

Wohngeld

Wohngeld kann dann beim wohnortzuständigen Landkreis beantragt werden, wenn der Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) abgelehnt wurde, eine Volljährigkeit besteht und eine eigene Wohnung angemietet wurde.

X/Y

Z           

Zeugnis

Zum Abschluss der Ausbildung werden bis zu drei Zeugnisse ausgestellt. Das Prüfungszeugnis der Kammer, das Zeugnis der Berufsschule und ein Zeugnis vom Ausbildungsbetrieb.

Zuständige Stelle

Für die Berufsausbildung ist die zuständige Stelle die jeweilige Kammer, zu welcher der Betrieb zugeordnet ist. Die zuständige Kammer kümmert sich um die Belange und die ordnungsgerechte Durchführung der Berufsausbildung.

Zusatzqualifikation

Zusatzqualifikationen ergänzen die Berufsausbildung um weitere Inhalte. Diese können beispielsweise Zertifikate im kaufmännischen Bereich, IT-  Qualifikationen oder Auslandsaufenthalte sein, nach §49 Berufsbildungsgesetz (Zusatzqualifikationen).